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Nadelbinden lernen

Hansen-Notation lesen

Wer Nadelbinden-Anleitungen liest, stößt schnell auf Codes wie UO/UOO F1. Die Schreibweise geht auf die Beschreibung von Stichen nach Egon Hansen zurück und ist das Kürzel, mit dem Fachleute den Weg der Nadel festhalten. Sie brauchen keine Vorkenntnisse: fünf Zeichen genügen.

Die Zeichen im Überblick

ZeichenBedeutung
UDie Nadel geht unter einer Schlaufe hindurch.
ODie Nadel geht über einer Schlaufe hinweg.
/Richtungswechsel: der Faden kehrt um.
:Ebenfalls ein Richtungswechsel des Fadens.
F1, F2Verbindung zur vorigen Reihe: der Faden geht von vorne durch die Schlaufe; die Zahl nennt die gefassten Schlaufen.
( )Klammern kommen im Åsle-Code vor: U(U)O/UO:UOO.

Ein Code Schritt für Schritt

Nehmen wir UO/UOO F1. Vor dem Schrägstrich steht der erste Durchgang: unter (U), über (O). Nach dem Schrägstrich folgt der zweite Durchgang: unter (U), über (O), über (O). Am Ende steht F1: eine Verbindung zur vorigen Reihe. Das sind 5 Übergänge, 2 Durchgänge und eine Verbindung.

  1. Zählen Sie die Buchstaben U und O: das sind die Übergänge der Nadel.
  2. Zählen Sie die Abschnitte, die durch / oder : getrennt sind: das sind die Durchgänge.
  3. Lesen Sie am Ende das F mit Zahl: so oft wird die vorige Reihe gefasst.
  4. Spielen Sie den Code im Stich-Atlas Strich für Strich ab und vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit der Nadel in der Hand.

Was die Notation nicht sagt

Der Code beschreibt den Weg der Nadel, nicht Garn, Nadelstärke oder Spannung. Außerdem schreiben Autoren die Codes einzelner Stiche teils leicht unterschiedlich. Auf dieser Seite folgen alle Codes einer genannten Quelle, die bei jedem Stich angegeben ist. Vergleichen Sie bei abweichenden Angaben immer mit Ihrer eigenen Vorlage.

Der Atlas zeigt ein Schema, kein Foto: Jede Schlaufe ist ein Balken, der Faden läuft hindurch. Damit lernen Sie den Ablauf, das Gefühl in der Hand entsteht erst beim Arbeiten.

Häufige Fehler beim Lesen

  • U und O verwechseln: U heißt unter, O heißt über. Sprechen Sie beim Arbeiten leise mit, bis es sitzt.
  • Den Schrägstrich überlesen: Er teilt den Code in Durchgänge. Wer ihn übersieht, zählt die Übergänge falsch.
  • F ohne Zahl lesen: Erst die Zahl sagt, wie viele Schlaufen der vorigen Reihe gefasst werden.
  • Einen Code aus zwei Quellen mischen: Bleiben Sie bei einer Vorlage, bis Sie den Stich sicher arbeiten.

Übung in drei Stufen

  1. Lesen Sie den Code von UO/UOO F1 laut und zählen Sie die Buchstaben.
  2. Vergleichen Sie ihn mit dem Mammen-Stich (UOO/UUOO F2): mehr Übergänge, andere Verbindung.
  3. Arbeiten Sie beide auf einem kleinen Probelappen und fühlen Sie den Unterschied in Dichte und Dehnung.

Die Anzahl der Übergänge und der Durchgänge steht auf jeder Stichseite in einer Kennzahlentabelle. So sehen Sie sofort, ob ein Stich kurz oder lang ist, bevor Sie ihn arbeiten.

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