Oslo-Stich (UO/UOO F1)
Der Oslo-Stich hat in der Notation nach Hansen den Code UO/UOO F1. Er besteht aus 5 Übergängen der Nadel (2 unter einer Schlaufe, 3 über einer Schlaufe) in 2 Durchgängen und einer Verbindung zur vorigen Reihe (F1).
Der Oslo-Stich ist die kürzeste der hier gezeigten Folgen: zwei Durchgänge und eine einzige Verbindung zur vorigen Reihe. Deshalb eignet er sich, um die Schreibweise nach Hansen zum ersten Mal Buchstabe für Buchstabe nachzuvollziehen.
Der Fadenweg als Animation
Jede Schlaufe ist ein Balken, der Faden (rot) läuft Strich für Strich hindurch. Es ist ein Schema der Notation, kein Foto des fertigen Gewebes.
Die Kennzahlen des Stiches
| Code nach Hansen | UO/UOO F1 |
| Finnische Schreibweise | 1+1 |
| Übergänge insgesamt | 5 |
| Unter (U) und über (O) | 2 und 3 |
| Durchgänge | 2 |
| Schlaufen der vorigen Reihe je Verbindung (F) | 1 |
| Schritte im Diagramm | 7 |
Die finnische Schreibweise nennt 1+1: eine Daumenschlaufe plus die aufgenommenen Schlaufen der vorigen Reihe.
Die 7 Schritte im Diagramm
Der Stich-Atlas auf der Startseite spielt diese Schritte einzeln ab; hier steht die Folge zum Nachlesen:
- Durchgang 1, Übergang 1 von 2: Nadel unter Schlaufe 1 führen (U).
- Durchgang 1, Übergang 2 von 2: Nadel über Schlaufe 2 führen (O).
- Richtungswechsel nach Durchgang 1: der Faden kehrt um und läuft durch die schon passierten Schlaufen zurück.
- Durchgang 2, Übergang 1 von 3: Nadel unter Schlaufe 3 führen (U).
- Durchgang 2, Übergang 2 von 3: Nadel über Schlaufe 2 führen (O).
- Durchgang 2, Übergang 3 von 3: Nadel über Schlaufe 1 führen (O).
- Verbindung 1 von 1: Nadel von vorne nach hinten durch eine Schlaufe der vorigen Reihe (F1).
So lesen Sie den Code
- U: die Nadel geht unter einer Schlaufe hindurch.
- O: die Nadel geht über einer Schlaufe hinweg.
- / und :: Richtungswechsel des Fadens.
- F mit Zahl: Verbindung zur vorigen Reihe, der Faden geht von vorne durch die Schlaufe. Die Zahl nennt, wie viele Schlaufen der vorigen Reihe dabei gefasst werden.
Herkunft und Quelle
Fund eines Fäustlings aus Oslo (11. Jahrhundert), Lund, Nowgorod, Arnheiðarstaðir (Island). Quelle des Codes: cs.vassar.edu/~capriest/nalebind.html. Autoren schreiben die Codes einzelner Stiche teils leicht unterschiedlich; die Schreibweise hier folgt der genannten Quelle.
Vom Stich zum Kleidungsstück
Dieser Stich ist die Grundlage von Mütze, Fäustlinge, Socken. Jedes Programm enthält Maßtabellen für mehrere Größen und Maschenproben, Rundenpläne, die Stichfolge Schritt für Schritt und einen Probelappen mit Kontrollquadrat.
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