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Nadelbinden lernen

Geschichte des Nadelbindens

Nadelbinden, im Skandinavischen oft „nålebinding“ genannt, ist eine Textiltechnik, bei der ein Faden mit einer Nadel durch Schlaufen geführt wird. Sie ist älter als das Stricken und wurde über Jahrhunderte für Fäustlinge, Mützen und Socken genutzt. Viele geläufige Stichnamen verweisen auf Fundorte; andere stammen aus Quellen oder aus der Handarbeitsliteratur.

Stiche und ihre Fundorte

StichHerkunft nach der Quelle
Oslo-StichFund eines Fäustlings aus Oslo (11. Jahrhundert), Lund, Nowgorod, Arnheiðarstaðir (Island)
Mammen-StichGrab von Mammen (Dänemark, 10. Jahrhundert), Kekomäki (Finnland)
Korgen-StichVariante des Mammen-Stichs mit F1 statt F2; die Quelle nennt Mammen und Kekomäki als Vergleichsfunde
York-StichCoppergate, York (England), Schuheinlage, Mitte des 10. Jahrhunderts
Åsle-StichÅsle (Schweden), Schreibweise nach Wikipedia
Brodén-StichIn der Quelle als finnische 1+3-Familie geführt; die Herkunft des Namens ist hier nicht gesondert belegt

Was das für Sie bedeutet

  • Die Namen verweisen meist auf Fundorte oder Familien, nicht auf feste Regeln: Autoren beschreiben denselben Stich manchmal mit leicht anderem Code.
  • Die Rekonstruktion aus Fundstücken ist Deutungsarbeit. Deshalb steht bei jedem Stich hier die Quelle.
  • Alte Stücke wurden meist aus Wolle gearbeitet, die Technik funktioniert aber mit vielen Garnen, sofern sie das wiederholte Durchziehen aushalten.

Auf den Seiten der einzelnen Stiche finden Sie Code, Fadenweg und Quelle. Wer die Schreibweise noch nicht kennt, beginnt mit der Hansen-Notation.

Wie man Funde liest

Aus erhaltenen Stücken lässt sich der Weg des Fadens oft nur mühsam rekonstruieren, weil die Schlaufen im Lauf der Jahrhunderte verfilzt oder zerfallen sind. Forschende und Handarbeiterinnen legen deshalb Stichbeschreibungen aus Fundstücken fest und geben ihnen Namen. Dass ein Stich nach einem Ort benannt ist, heißt nicht, dass er nur dort gearbeitet wurde.

Warum das für Ihr Stück wichtig ist

Für die Praxis genügt, dass der Code den Fadenweg beschreibt. Ob ein Stich historisch genau rekonstruiert ist, ändert nichts daran, dass er sich gut arbeiten lässt und ein festes, dehnbares Gewebe ergibt. Wenn Sie historisch arbeiten möchten, lesen Sie die Quellen, die bei jedem Stich angegeben sind, und vergleichen Sie mehrere Beschreibungen.

Weiterlesen

  • Häufige Fragen: Antworten zu Nadelbinden, Stich-Atlas, Maschenrechner, Programmen, Zahlung und Download.
  • Fäustlings-Programm im Mammen-Stich: Fäustlings-Programm im Mammen-Stich für 25 €: Maßtabellen, Rundenplan und Stichfolge als PDF, dazu animierter Fadenweg.
  • Fäustlings-Programm im Oslo-Stich: Fäustlings-Programm im Oslo-Stich für 25 €: Maßtabellen, Rundenplan und Stichfolge als PDF, dazu animierter Fadenweg.
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